≡ Menu

Die 9 häufigsten Beziehungsfehler

Jeder dieser emotionalen Torpedos könnte zum Untergang eines Paares führen.

one-tree-hill-i-need-you

Unser Lebensglück hängt zwar nicht nur davon ab, dass wir in einer engen Beziehung sind, aber unser Leben wird definitiv davon bereichert, wenn wir gesunde und enge Verbindungen zu anderen Menschen haben. Wenn es scheint, als ob Deine Beziehungen nicht so gut funktionieren, wie Du Dir das vorstellst, kannst Du sie möglicherweise mit ein paar kleinen Anpassungen wieder auf den richtigen Weg bringen.

Forschung im Bereich enger Beziehungen und des persönlichen Wohlbefindens ist eines der am schnellsten wachsenden Gebiete der Psychologie. Wir wissen auch, dass enge Beziehungen wichtig für die Gesundheit sind, wie Paula Pietromonaco von der University of Massachusetts in einer aktuellen Publikation mit Bert Uchino und Christine Dunkel-Schetter (2013) bewiesen hat. Dank verschiedener Langzeitstudien, die sowohl erfolgreiche als auch nicht erfolgreiche Paare über einen längeren Zeitraum begleitet haben, wissen wir inzwischen mehr über die häufigsten Herausforderungen, mit denen Menschen konfrontiert werden. Wenn man diese Probleme rechtzeitig genug erkennt, kann man diese Herausforderungen meistern bevor sie unüberwindliche Ausmaße annehmen.

1. Den Partner als selbstverständlich betrachten.

Wenn man länger in einer Beziehung ist, geht man oft davon aus, dass es okay ist die normalen Nettigkeiten des Lebens unter den Tisch fallen zu lassen. Einiges davon ist normal, angemessen und sogar aufbauend für die Beziehung. Aber es tut nicht weh, ab und zu darüber nachzudenken wie das Leben ohne den Partner aussehen würde. Was würde das für Deinen Alltag, Dein allgemeines Wohlbefinden und Deine Gedanken über die Zukunft bedeuten? Sobald Du Dir ein Bild von Dir selbst ohne Deinen Partner machst, kann diese Vorstellung Dir dabei helfen, Deinem Partner mehr Zuneigung, Interesse und Rücksicht zukommen zu lassen, auch wenn es nur für einen Moment ist. Es ist einfach, die Menschen abzuschreiben, die einem nahestehen, weil man erwartet, dass sie da sind egal was passiert. Wenn Du das tust, kann es sehr gut sein, dass Dein Partner sich nach einem anderen Menschen umsieht, der ihm die Aufmerksamkeit gibt, die er nicht von Dir bekommt.

2. Den Partner als zu wenig selbstverständlich betrachten.

Natürlich ist es ist keine gute Idee, Deinen Partner zu ignorieren. Aber es ist auch nicht gut für die Beziehung, wenn Du Dir ständig darüber Sorgen machst, ob er oder sie Dich wirklich mag. Menschen, die unsicher in ihren Bindungen sind, werden so anhänglich und abhängig, dass ihr übermäßiges Bedürfnis nach Zuneigung und Bestätigung den Partner vertreiben kann. Nachdem Ihr Eure Bindung zueinander etabliert habt, solltest Du die Beziehung nicht ständig hinterfragen und Dich wundern, ob Dein Partner Dich wirklich mag. Selbst wenn Ihr noch nicht offiziell zusammen seid, solltest Du aufgrund des Verhaltens Deines Partners erkennen können, ob er oder sie an Dir interessiert ist. Nicht vergessen anzurufen oder zu schreiben, aufmerksam sein, jemandem einen Gefallen tun und nett zu den Menschen sein, die ihnen wichtig sind, können Anzeichen für ein ehrliches Interesse sein. Wenn es diese Zeichen nicht gibt, kann es sehr gut andere geben, die speziell für Eure Beziehung gelten. Diese Zeichen können zeigen wie wichtig Du Deinem Partner bist, was Dir wiederum dabei helfen sollte weniger ängstlich in Bezug auf die Beziehung zu sein.

3. Die Grenzen der Beziehung verwischen lassen

Innerhalb einer jeden engen Beziehung wird es Geheimnisse geben. Andere in Eure private Welt zu lassen, auch wenn es vollkommen harmlos erscheint, kann das Gefühl von Vertrauen in Dich und die Beziehung bei Deinem Partner verringern. Wenn Dein Partner herausfindet, dass Du Geheimnisse weitererzählt hast, wird er oder sie sich betrogen fühlen, manchmal sogar gedemütigt. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Du einem Verwandten erzählst, dass Dein Partner seinen Chef nicht mag. Nehmen wir außerdem an, dass es unwahrscheinlich ist, dass Dein Verwandter und der Chef Deines Partners jemals aufeinander treffen. Aber es gibt immer eine kleine Chance. Und was passiert, wenn Dein Verwandter vergisst, dass es ein Geheimnis ist und es in einer Konversation erwähnt? Oder, noch schlimmer, wenn das Geheimnis plötzlich von jemandem auf Facebook geteilt wird? Es wird offensichtlich sein, dass Du die Informationsquelle warst. Dein Partner wird möglicherweise nie herausfinden, dass Du geplaudert hast, aber die Tatsache, dass Du es getan hast, kann Deine Beziehung trotzdem gefährden. Du könntest anfangen Dir Sorgen zu machen, dass Du Deinen Mund aufgemacht hast und Dich irgendwann schuldig und gestresst fühlen. Diese Emotionen können mit der Zeit zu Problemen führen.

4. Dich bei jedem über Deinen Partner beschweren, außer bei Deinem Partner selbst

Wir alle können uns Wege vorstellen, wie man den langfristen Partner verändern könnte. Aber anstatt Deine Unzufriedenheit Deinem Partner mitzuteilen, könntest Du Deine Frustration mit jemand Außenstehendem teilen. Abgesehen von der Gewohnheit Geheimisse weiterzuerzählen (Nr. 3 weiter oben), können solche Verhaltensweisen auf ihre eigene Art konterproduktiv sein. Wenn du Deinem Partner nicht direkt sagst, was Dich stört, kann er oder sie nicht wissen, dass Du etwas an dem Verhalten Deines Partners ändern möchtest. Zudem fällt es schwieriger, das Gute in Deinem Partner zu sehen, wenn Du Dich ständig auf die negativen Dinge konzentrierst. Diese negativen Gefühle über kleinere Ärgernisse können mit der Zeit an Fahrt aufnehmen. Dann dauert es nicht mehr lange, bis Du die anderen bewundernswerten und liebenswerten Eigenschaften Deines Partners nicht mehr sehen kannst.

5. Den passiv-aggressiven Schalter umlegen

In einer intimen Beziehung gibt es unzählige Möglichkeiten passiv-aggressiv zu sein. Man „vergisst“ etwas zu erledigen, das man lieber nicht tun würde, macht einen Vorschlag, den man nie umsetzt… die Liste ist nahezu endlos. Man könnte annehmen, dass es sicherer ist, eine Bitte nicht direkt abzulehnen, aber noch mal: Indem Du Deinen Partner nicht wissen lässt, wie Du Dich wirklich fühlst, machst Du eine Kommunikation unmöglich. Natürlich sind nicht alle passiv-aggressiven Verhaltensweisen bewusst. Vergessen dem Partner einen Gefallen zu tun, wie den Wecker für einen Termin am frühen Morgen zu stellen, könnte damit zusammenhängen, dass Du lieber ausschläfst als in aller Herrgottsfrühe aufzuwachen. Allerdings könnte es auch bedeuten, dass Du unglücklich über den Grund bist, aus dem Dein Partner so früh aufstehen muss, sei es um einen frühen Flug zu erwischen oder die Kinder vom Ex zur Tagespflege zu bringen. Wenn Du zu solch einem Verhalten greifst und es nicht typisch für Dich ist (d.h. Du bist normalerweise sehr organisiert), solltest Du darüber nachdenken, was Dich wirklich stört und es dann ehrlich mit Deinem Partner besprechen.

6. Ständig die Beziehung hinterfragen

Sitzt Du manchmal herum und fragst Dich, ob Du in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr noch mit Deinem Partner zusammen sein wirst? Hast Du Angst die Beziehung zu zerstören, indem Du das Falsche machst oder denkst? Interpretierst Du das Beschäftigtsein Deines Partners als Beweis für sein Desinteresse an Dir? Wie ich schon erklärt habe ist es gut, den Partner ein bisschen als selbstverständlich anzusehen. Hier folgt jetzt ein kleiner Twist dieses Punktes. Deine Beziehung zu hinterfragen bedeutet, dass Du daran zweifelst, dass sie halten wird. Deswegen wirst Du eher zögern Pläne für die Zukunft zu machen. Wenn Du immer nach einem Plan B Ausschau hältst, kann Dein Partner das spüren und der zukünftige Untergang Eurer Beziehung wird dann ziemlich wahrscheinlich.

Andererseits…

Wenn man aber eindeutige Zeichen dafür bekommt, dass der Partner wirklich keine Beziehung mehr will, dann sollte man sich auch nichts mehr vorlügen und ihn / sie gehen lassen. Das ist spätestens dann der Fall, wenn der Partner Dir sagt, er will nicht mehr. Mehr dazu in dem verlinkten Artikel.

7. Deinen Partner nicht ernst genug nehmen

Wenn Du über die wichtigen Personen und Aspekte Deines Lebens nachdenkst, welchen Rang würdest Du Deinem Partner geben? Kommen Deine Kinder als Erstes? Was ist mit Deinen Arbeitskollegen oder Deinem Job? Deine Kinder an erste Stelle zu setzen kann sehr logisch und verständlich sein, weil sie Dich brauchen, dem jeweiligen Alter und der Lebensphase entsprechend. Es gibt außerdem Unterschiede zwischen einer romantischen Beziehung und der Beziehung mit Kindern oder anderen Familienmitgliedern (Eltern, Geschwistern, usw.). In der Realität ist es nicht notwendig zu entscheiden, wer wichtiger ist. Aber mithilfe dieses Gedankenexperiments kannst Du erkennen, wie Dein Partner in Dein Leben passt. Wenn es eine riesige mentale Lücke zwischen Deinen Kindern, Deinem Job, oder anderen Menschen und Verpflichtungen gibt, ist es wahrscheinlich, dass Dein Partner sich nicht geschätzt fühlt. Schauen wir wieder auf das Verhalten. Wenn Du bei einem gesellschaftlichen Ereignis bist, finde heraus, ob Du Deinen Partner zugunsten von anderen Leuten stehen lässt und am Ende des Abends die Veranstaltung verlässt ohne wirklich ein Wort mit ihm oder ihr gewechselt zu haben. Selbst wenn Dein Partner nicht zugibt, dass er sich übergangen fühlt, wird dieser Mangel an Aufmerksamkeit als Ablehnung wahrgenommen und mit der Zeit werden so die Gefühle des Partners Dir gegenüber beeinträchtigt.

8. Deinen Partner aufgeben

Jeder trifft auf Herausforderungen, sei es der Verlust des Jobs, gesundheitliche Probleme oder eine Sucht, wie z.B. Alkoholismus. In diesen schwierigen Zeiten braucht Dein Partner Deine positive Einstellung und Unterstützung, aber gleichzeitig kannst Du Dich in diesen Momenten besonders gestresst fühlen. Ohne die eigenen Sorgen zu verstecken und einen falschen Optimismus vorzutäuschen, ist es jetzt wichtiger denn je durchzuhalten und den Partner wissen zu lassen, dass er oder sie diese schwierige Zeit überstehen wird. Dein Vertrauen und Deine Unterstützung werden nicht nur helfen den Schmerz Deines Partners zu lindern, sondern können Deinem Partner die Kraft geben diese Herausforderung zu überwinden.

9. Sich hoffnungslos fühlen

Abgesehen von den individuellen Herausforderungen, mit denen Dein Partner konfrontiert werden kann, erleben Paare auch ihre ganz eigenen Schwierigkeiten. Die Liste der möglichen Gründe, aus denen man sich hoffnungslos fühlt, kann von Untreue über unterschiedliche Persönlichkeiten, Lebensstile und Werte bis zu einfachen Missverständnissen, die völlig außer Kontrolle raten, reichen. Wenn Du in diesen Situationen aufgibst, wirst Du wahrscheinlich nicht den emotionale Einsatz bringen, der benötigt wird, um die Beziehung zu reparieren. Menschen fühlen sich aussichtlos in Bezug auf ihre Beziehung durch eine Reihe von kognitiven Verzerrungen. Das können Dinge sein wie der Glaube, dass das was jetzt schlecht ist immer schlecht sein wird, dass das Leben sorgenfrei sein „sollte“ und das kleinere Probleme bedeuten, dass es grundlegende Fehler in der Beziehung gibt und somit wenig Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft. Stoppe Dich, bevor diese kognitiven Verzerrungen sich festsetzen können, und Du wirst eher in der Lage sein Dich auf die guten Dinge in Deiner Beziehung zu konzentrieren.

Viele Faktoren haben Einfluss darauf, ob eine Langzeit-Beziehung wirklich für eine lange Zeit hält. Durch das Vermeiden dieser neun Fallen kannst Du über viele Jahre hinweg eine gesunde und glückliche Beziehung führen.

 

Bild-Quelle: giphy

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

*